Sonntag, 2. August 2015

quaeldich Tauernrundfahrt 2015 - Tag 2.

Mittendrin statt nur daheim. Mit Ketterechts - dem Rennradblog und Live Eventblogger
Endlich wieder trocken.
Substanz. Mir fehlt einfach die Substanz. Ich habe aktuell mehr Kilometer in den Beinen als die Jahre zuvor zum Selben Zeitpunkt. Doch letztendlich scheitere ich bei jedem Versuch, die guten alten Zeiten zu verbessern. Strava deckt alles auf. Strava kennt keine Gnade. So auch heute. Und da es keine Strava Segmente für die Abfahrten gibt, muss ich damit leben, nicht nur älter geworden zu sein, sondern auch langsamer. Oder schwächer. Oder beides.

Tag 2 der quaeldich Tauernrundfahrt 2015 war ein klassischer "badass ride". Gegen alle Prognosen hielt sich der Regen wesentlich länger. Lange Gesichter bereits beim Frühstück. Es schüttete wie aus Kübeln. Kurzerhand wurde der Start auf 1030 Uhr verschoben. Weiters die Etappe um 12 km und 500 HM verkürzt. Die wenigen Plätze in den Begleitfahrzeugen waren heiß begehrt und wurden am Schwarzmarkt bereits für Unsummen gehandelt. Vergeblich. Es hörte nicht auf zu pissen.

Die große Frage unter den Teilnehmern: Was ziehe ich an? Wie und womit bleibe ich am längsten trocken? Neben Nanoflex und Gabba von Castelli, das Non-plus-Ultra High Tech Equimpement, einer selbst gebastelten Überhose Marke Müllsack und arktischen Expeditionsuntensilien, das übliche Gore-Tex Zeugs sind auch Optimisten unter uns. Mit kurzen Hosen. Leider hat das Hotel Bischofsmütze keine Duschhauben zu bieten. Denn eine solche am Helm hat sich auch schon mehrmals ausgezahlt. 

Vom Start weg Regen. Bis ca km 60 von 120. Hinauf nach Obertauern. Reißende Bäche links und rechts. Und auf der Straße, talabwärts. Mensch und Maschine sind gefordert. Meine Sealskinz Handschuhe halten mich warm. Auch meine Endura Regenüberhose. Sonst Knielinge, eine leichte Regenjacke und Überschuhe.

Kurz vor Obertauern Verpflegung. Ich ziehe ein trockenes Netztrikot an und ein trockenes Radtrikot darüber. Weiters wird die mehr als nur durchnässte Radkappe mit einem Stiegl Stirnband ersetzt. Von Obertauern hinunter schüttet es weiter. Mir ist warm. 83 km/h Spitzengeschwindigkeit. Bora Carbon und Campagnolo Bremsgummis arbeiten perfekt. Kleine Verzögerungen beim Anbremsen inklusive.

Mauterndorf. Es trocknet auf. Und es wartet gleich der Schönfeldsattel. 12 km Anstieg. Es wird geblufft. Eine Gruppe von 6 Fahrern im Gleichschritt. Oben, 3,5 km vor der letzten Verfplegung eröffne ich die Spiele. Mit einer Attacke aus der hinterer Reihe. Schnell habe ich ein paar Meter Vorsprung. Breche aber ab. Die Meute kommt wieder heran. Und bläst zur Gegenattacke. Was für eine. 5 Mann pfeiffen an mir vorbei. Gegenseitig puschen sie sich. Mir bleiben die Spucke und der Atem weg. Lonley ride. Und viel Zeit zu überlegen. Was mache ich falsch?

Innerkrems. Vorderkrems. Ein Strava Segment in der Abfahrt. 9,2 km mit einem durchschnitlichen Gefälle von 4,5%. Ich brauche dafür 9min 45sek. 57,1 Schnitte. Allein.

Morgen Königsetappe mit über 150 km und Bergankunft. Gute Nacht.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Samstag, 1. August 2015

quaeldich Tauernrundfahrt 2015 - Tag 1

Live Berihte von Ketterechts - dem Rennradblog und Event Liveblogger
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Voglau. Wir haben den Anstieg zur Postalm erreicht. Der erste Berg der diesjähirigen quaeldich.de Tauernrundfahrt. "Freigabe!" Die obligatorische Ansage von Roli verliert sich ein wenig in der Schönheit der Landschaft. "11 km, dann wird es flacher bis zur Mittagsverpflegung." Früher wurde dieser Nachsatz gerne überhört. Waren doch die ersten Wagemutigen bereits unmittelbar nach der Freigabe weg. Dieses Jahr scheint es anders zu sein. Keine Attacke. Nicht einmal der Ansatz einer. Somit befinde ich mich an der Spitze der Gruppe. Ich mache die Pace. Die ersten 2 km gehören mir. Bis mich Michael überholt. Mit Leichtigkeit. Ich hänge folge ihm Rad an Rad. Sein Tempo ist schneller als mein erwünschtes und mein mögliches. Konstant zwischen 270 und 300 Watt muss ich schon hinhalten, um dran zu bleiben. Die Trittfrequenz bei 75 und weniger. Das 25er Ritzel ist daran Schuld. Es wird steiler. Zuerst durch den Wald. Dann die langgezogenen Kehren mit atemberaubenden Blick auf den Dachstein Gletscher. Schon bald schließen auch Stuart, Thomas und Martin auf. 5 Mann. 5 Räder. Noch 5 km. Bis zur Mautstelle schnaufe ich mit. Dann hinterher. Fahre ich auf Sicht. Bis zur Mittagsverpflegung. Der erste Berg ist geschafft. Und das erste Kräftemessen hat die Karten aufgedeckt. Das Bergtrikot bekomme ich auch dieses Jahr nicht. Am Abend wird alles auf Strava analysiert. Meine gefahrene Zeit ist knapp langsamer als jene der Tauernrundfahrt 2014. Dafür 20 Minuten lang durchschnittlich 278 Watt getreten. Mein aktueller FTP Wert.

Am Abend gönne ich mir ein Eisbad im Hotel. Es sind ja noch 4 Tage. Und vielleicht gibt es doch noch einen Angriff auf das Bergtrikot. Zumindest theoretisch wäre das noch möglich. Dann muss noch schnell der Vittoria Evo Corsa CX gewechselt werden. Nicht nur mir hat die Luft gefehlt. Zum Glück habe ich Ersatz mit. Bereits zu Hause wurde der Ersatz-Schlauchreifen gespannt und mit Kleber vorbereitet. Den alten reiße ich von der Felge. Dann wird die Felge mit Kleber bepinselt. Auch der Reifen kriegt nochmals eine Schicht. Behutsam und halbwegs sauber wird der neue Schlauchreifen um die Felge gebettet. Jetzt nur noch trocknen. Bei der Gelegenheit mache ich aus meinen 11-25 und 12-27 Ritzeln ein 11-27. Und schon habe ich die Zeit zum Essen verpasst.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion






Freitag, 31. Juli 2015

quaeldich Tauernrundfahrt 2015 - mittendrin statt nur daheim.

Live Berichte von ketterechts - dem Rennradblog und Event Liveblogger
Der Grossglockner. Höhepunkt der Tour am 3. Tag
Jetzt ist es also wieder soweit. Die 7. quaeldich.de Tauernrundfahrt klopft an der Tür. Nur noch 1x schlafen. Natürlich bin ich mittendrin statt nur daheim. Es warten ja Leckerbissen wie die Postalm, Pass Gschütt, Obertauern, Schönbergsattel, Windische Höhe, Gailbergsattel, Lucknerhaus, Iselsberg, Grossglockner, Filzensattel und Dientner Sattel. Alles geballt in 5 Tagen. 700 km und überhaupt nicht flach. Mit insgesamt 12.000 Höhenmetern darf ruhig auch ein 27er Reserve-Ritzel im Gepäck dabei sein.

Von den vielen quaeldich Rennradreisen ist die Tauernrundfahrt für mich eine ganz spezielle. Organisiert und geleitet von guten Freunden, welche ich sonst auch regelmäßig treffe. Quasi ein Familienausflug in die Tauern. Die Wetterprognosen sind dieses Mal mehr als erfreulich. Außer sonntags, wo wir gelegentlich in den einen oder anderen Regenschauer hineinfahren könnten, soll es sonnig und warm werden. Es ist also angerichtet.

Live Berichte von ketterechts - dem Rennradblog und Event Liveblogger

Live Berichte von ketterechts - dem Rennradblog und Event Liveblogger

Live Berichte von ketterechts - dem Rennradblog und Event Liveblogger

Live Berichte von ketterechts - dem Rennradblog und Event Liveblogger

In der Live Berichterstattung möchte ich dieses Mal etwas Neues ausprobieren. Neben Altbewährtem wie meine laufenden Postings auf Facebook, Twitter und Instagram, mit einem Videoblog. Dabei möchte ich periscope nutzen. Wer will, ist also herzlich eingeladen, mir dort (synchronisiert mit Twitter) zu folgen.

Zur Einstimmung noch schnell der Trailer.




Wir lesen uns.
Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

PS: sollte es mir gelingen, dem täglichen Buffetwahnsinn zu entkommen, kann es möglich sein, dass ich mein neues Climbers Jersey in weiß erstmal ausführe



Montag, 27. Juli 2015

Mythos Glockner - der Grossglockner Bike Challenge und der Grossglockner Berglauf. Teil 1

Von Heiligenblut hinauf auf die Kaiser Franz Josefs Höhe
Selbsterkenntnis: Berglauf hat was mit Berg zu tun.
Es ist Sonntag. Kein normaler Sonntag. Es ist Berglauf Sonntag. Grossglockner Berglauf Sonntag. Im legendären Bergdorf Heiligenblut wimmelt es nur so vor Bergläufern. Drahtige Menschen mit Killerblick. Und ich mittendrin statt nur daheim. Noch nicht wissend, dass Berglauf viel mehr mit Berg zu tun haben wird, als mir lieb ist.

Es ist 0700 Uhr. Tagwache. Ich habe einen Glockner Hero Pass. Dieser berechtigt mich zum Glockner Hero Frühstück von Ja! Natürlich im Hotel Heiligenblut. Ich kaufe gleich ein zweites Ticket für € 15. Das Frühstück ist sehr gut. Säfte, Filterkaffee, Frischkäse, Joghurt, Käse, Wurst und portionierte, abgepackte Marmelade. Und es gibt tote Fliegen auf den roten Sesseln der Hotel Lounge. Dafür ist der Blick auf den Großglockner atemberaubend. Das Ambiente passt. Die Qualität auch. Die Auswahl wäre beim Hotelfrühstück größer gewesen. Ich habe die Eier vermisst. Und andere Glockner Heros.

Kurz vor dem Start. Ich schnüre mir meine Salomon Speedcross aus dem Jahre Schnee zu. Ein Relikt aus früheren Zeiten. Aber immer noch gut. Nein. Ich hatte keine Karriere als Berg- oder Trailläufer. Ich hatte mir diese Schuhe einfach für den Winter gekauft. Die GoPro Hero4 montiere ich auf meinem POV, die Garmin VIRB XE auf meinen Brustgurt. Es kann los gehen. Aufwärmen? Wird überbewertet.



Die Stimmung ist heiß und laut. Es ist richtig was los. Viel mehr als tags zuvor bei der Bike Challenge. Heiligenblut ist Berglauf. Das spürt man. Das hört man. Das sieht man. Es warten 13 km und an die 1.400 HM. Ich kenne die Strecke nur teilweise. Die ersten 3 1/2 km bin ich gestern gewandert. Weitere Passagen kenne ich von einem frühwinterlichen Lauf. Damals bin ich an der Birccius Kapelle vorbei Richtung Böse Platte gelaufen. Schade, dass ich nicht links abgebogen bin. Ich hätte sonst eine der geilsten Passagen des Laufs bereits erkunden können.

So war es ein learning by doing. Der erste km war in einer Zeit unter 5:00 min absolviert. Der zweite dann schon etwas langsamer. Der dritte war kein Lauf mehr. Es war ein schnelles Gehen. Weil alle gingen. Und es kein Platz zum Laufen gab. Die meisten mit dem Oberkörper weit nach vorne gebeugt und die Hände hinten am Rücken verschrenkt. Neuer Laufstil? Keine Ahnung. Habe ich noch nie gesehen. Km 4 es wird flacher. Wir können alle wieder etwas laufen. Es geht bergab. Manche laufen jetzt sehr schnell. Ich filme. Briccius Kapelle. Check. Weiter. Dann links abbiegen. Über eine kleine Brücke und der Berg steht vor mir. Senkrecht. Wandertag. Kollektiver Wandertag. Spätestens jetzt weiß ich es. Das mit dem Berg beim Berglauf. Meine Oberschenkel brennen jetzt schon. Es rächt sich, dass ich stets den Aufzug in den 8. Stock nehme.

Zweite Verpflegung. Der Berg wird sanfter. Ich kann wieder laufen. Mache Tempo. Hinter mir formiert sich eine Gruppe. Das ist ja wie beim Rennrad fahren. Man lobt mich, ob meiner angenehmen Geschwindigkeit. Ein paar kleine Stiche unterbrechen den Rhythmus. Die km Zeiten sinken unter die 8 Minuten Marke. Verpflegung drei beim unteren See. Ich sehe am Horizont was mich erwartet. Wo ist ein Aufzug zum oberen See? Nirgends.

Oberer See. Jetzt sehe ich schon die Franz Josefs Höhe. Aber es fehlen noch 3 km. Wo sind die? Ich habe noch 24 Minuten Zeit, um unter 2h zu bleiben. Ich verabschiede mich von dieser magischen Grenze. Jetzt gehts nur mehr ums überleben. Ich tausche noch im Laufen den Akku meiner GoPro. Spätestens jetzt ist mir die GoPro in der Hand ein Hinderniss. Ich würde sie brauchen. Auf allen drei kriecht es sich nicht so gut.

Verpflegung Vier. Und eine mächtige Wand vor Augen. Wie soll man da hinauf kommen? Laufend niemals. Bleibt also nur noch das Gehen. Und das Treppen steigen. Linkes Bein hoch. Rechtes Bein hoch. Ich fühle mich alt und langsam. Dann bin ich oben. Die letzten Meter kann ich sogar wieder laufen. 2h und 4 min. Ziel eindeutig verpasst. Schade. Wohl zu viel getrödelt. Zu wenig Biss. Schade.

Oben im Ziel erschöpfte und zufriedene Gesichert. Die Strapazen sind schnell vergessen. 5 kg weniger und ich könnte mir vorstellen, nochmals zu laufen.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

PS: Echt geile Veranstaltung. Atemberaubendes Panorama. Kurze knackige sportliche Herausforderung. Perfekte Betreuung. Nie mehr wieder. Bis vielleicht nächstes Jahr.

Sonntag, 26. Juli 2015

Mythos Glockner - der Grossglockner Bike Challenge und der Grossglockner Berglauf. Teil 1

Mythos Glockner
Die Leiden eines jungen Bloggers
Man muss im Leben immer neue Wege gehen. Das dachte ich mir auch. Hätte ich aber gewusst, dass diese Wege manchmal sehr in die Höhe steigen, hätte ich auf diese Lebensweisheit liebend gerne verzichten müssen. Denn der Grossglockner Berglauf inklusive der Grossglockner Bike Challenge am vergangenen Wochenende waren ganz großes Kino. Ein sportliches Drama mit emotionalem Happy End. Eine physische und psychische Gratwanderung gepaart mit etwas Rosamunde Pilcher fürs Herz. Aber schön der Reihe nach.

Das legendäre Bergdorf Heiligenblut kenne ich eigentlich als traumhaftes Freeriding Eldorado mitten in den Hohen Tauern. Sehr oft bin ich bereits im tief verschneiten Winter dort gewesen, um meine Leidenschaft für das freie Skifahren auszuleben. Nicht ohne meine GoPro. Versteht sich von selbst. Ebenfalls kenne ich Heiligeblut von den unzähligen Überquerungen der Grossglockner Hochalpenstrasse mit dem Rennrad. Von Süden nach Norden und von Norden nach Süden.



Es war also nur eine Frage der Zeit, wann ich im Sommer auch den Grossglockner Berglauf bestreiten würde. Wegen der neuen Wege. Wenn schon, denn schon. Die Devise für heuer. Als Duathlon. Also gleich 2x hinauf. Von Heiligenblut auf die Kaiser Franz Josefs Höhe. Von knapp 1300m Seehöhe auf gletschegeschwundene 2.600m.

Vergangenen Samstag war es dann soweit. Der Berg hat gerufen. Und wir sind diesem Ruf gefolgt. Anreise von Wien nach Heiligenblut mit Zwischenstopp Linz. Über die A1 nach Salzburg, dann die A10 bis nach Bischofshofen, über die B311 entlang der Salzach nach Bruck am Grossglockner und dann von dort hinauf über Fuschertörl, Edelweisspitze (Option ohne Aussicht), Hochtor hinunter nach Heiligenblut. Vermasselt durch ein Gewitter mit Wind, Regen und herbstlichen Temperaturen. Und vermasselt durch € 34,50 Mautgebühr. Ganz schön teuer. Alternativen? A10 bis nach Spittal an der Drau und dann 70 km das Mölltal entlang. Das Pinzgau über Zell am See bis Mittersill, dann die Felbertauernstraße (Maut und Einbahnregelung wegen des Felssturzes) bis nach Lienz, Iselsberg, Winklern, Heiligenblut. Oder die Tauernschleuse von Bad Gastein nach Mallnitz, Mölltal ... Heiligenblut. Für eine Anreise mit Privathubschrauber reicht das Kleingeld noch nicht. Auch wenn ich nicht wüsste, wo dieser in Heiligenblut landen könnte.

Ankunft in Heiligenblut ob der vielen Foto- und Selfiestopps also später als geplant im Hunguest Hotel Heiligenblut gegen 2030 Uhr. Der Empfang im Hotel ließ Wärme und Gastfreundschaft vermissen. Hektisch und ohne Blickkontakt zischen mehrere Mitarbeiter an uns vorbei. Doch dann erbarmt man sich unserer. Das Zimmer ist schnell belegt. Das Rad geht gleich mit. Auch wenn dies ausdrücklich verboten wurde. "Die Zimmer seinen renoviert worden, es könnten Flecken entstehen ...", das Übliche halt. "Man habe ja einen Radkeller zu Verfügung. Das Hotel würde aber keine Verantwortung und Haftung übernehmen ...". Was wiederum falsch ist. Denn rechtlich gesehen, haftet das Hotel bei Raub, Einbruch und Diebstahl, wenn ein Rad dort in einem verschlossenen Raum aufbewahrt werden muss (Die Betonung liegt hier auf dem "muss"). Das wollen die meisten Hotels aber nicht wahrhaben. Im Fall des Falles wäre das mitunter ein langer zäher Rechtsstreit. Zum Glück begleitet mich mein "thebikebag". Rennrad als Ganzes rein, Tasche um die Schulter und ab ins Zimmer. Die Reservierung im Hotel lautet auf Zimmer mit Frühstück. Wir nehmen deshalb die Zusatzoption "all you can eat from our schon etwas mager wirkendes Abendbuffet" für € 12. Kärntner Kasnudeln inklusive. Ein kleiner Verdauungsspaziergang durch die bereits menschenleere Expo und gute Nacht. Weckruf für 0500 Uhr geplant.

Es ist schon hell. Der Himmel strahlend blau. Start der Bike Challenge ist für 0700 Uhr angesetzt. Um 0600 hole ich meine Akkreditierung und meine Startunterlagen. Startgeschenk, neben vielen Prospekten sind ein Viking Footwear Stirnband, 1x Powerade, 1x Gasteiner Wasser und 1x Hirter Bier. Nach einem leichten Frühstück (2x Buttersemmel mit Honig, Kaffee zum Wachwerden und zur Anregung der Verdauung) wird mein Rad noch gecheckt. Kameras montieren, Batterie überprüfen, Startnummer anbringen. Die Zeit wird knapp. Ein wenig aufwärmen geht sich noch aus. Startblock 1. Es geht los. 17 km und knapp 1500 Höhenmeter. Die ersten 100 davon gleich zu Beginn hinauf ins Dorfzentrum. Alles knapp an der 400 Watt Grenze. Neben mir noch die spätere Siegerin bei den Damen Andrea Mayr. Meine Garmin VIRB XE vorne und meine GoPro Hero4 hinten blinken rot. Achtung Aufnahme.



Mir wird sofort mehr als nur warm. Der Schweiß fließt. Ich muss gleich auf mein Tempo reduzieren. Fahre kein Rennen. Zügig, aber nicht schnell genug, um mit den Vordersten mithalten zu können. Ich bin auf der Suche nach guten Szenen für das Video und mache Fotos. Ein paar mal steige ich vom Rad. Mit der Garmin Virb Elite in der Hand suche ich Motive und halte diese fest. Die Mautstelle ist erreicht. Dann Kasereck. Der Glockner zum Greifen nahe aber noch immer Kilometer entfernt. Die kurze Zwischenabfahrt zum höchsten Kreisverkehr in Europa nutze ich und sammle Kräfte. Noch 8 km. Es ist jetzt schon sehr heiß. Die Kameras auf laufen runder als mein Motor. Hinter mir die Sonne, vor mir der höchste Berg Österreichs. Neben mir jede Menge Mitstreiter. Ich überhole und werde überholt. Das Glocknerhaus ist erreicht. Jetzt nur noch 3 Kehren und dann der lange Tunnel zum Parkplatz. Hier warten Zuschauer. Das motiviert. Nach 74 Minuten bin ich im Ziel. Erschöpft. Zufrieden. Im vorderen Mittelfeld. Die Schnellsten waren unter 60 Minuten unterwegs. Wäre ich doch ein Rennen gefahren!

Die Grossglockner Bike Challege. Eine Veranstaltung mit Zukunft. Ob sie zu einer echten Konkurrenz für den bekannteren Glocknerkönig werden kann? Das hängt von den Organisatoren ab. Und von Petrus. Für die Premiere haben sich beide ganz schön angestrengt. Und das beste frei erhältliche Wetter zur Verfügung gestellt. Von mir gibt es eine ehrliche Empfehlung dafür. Alles sehr überschaubar. Familär. Sehr gut organisiert. Ich würde sehr gerne wieder kommen.

Oben noch small talk mit @mseyr und @pep909. Die Rückkehr nach Heiligenblut muss warten. Die Straße ist noch gesperrt. Es gilt Einbahnregelung. Erst um 0900 Uhr dürfen wir runter. In der Sonne lässt es sich sehr gut aushalten. Trotz verschwitzter Kleidung und dürftiger Wechselwäsche, welche vom Veranstalter mit Kleidersack von Heiligenblut ins Ziel transportiert worden sind.



Die Abfahrt nach Heiligenblut nutze ich, um ein weiteres Video zu drehen. Gegenverkehr ist kaum vorhanden. Selten hat man hier so eine "freie" Fahrt. Heiligenblut. 0930 Uhr. Die Arbeit ist getan. Der ganze Tag steht mir noch zur Verfügung. Ein Gratis Massage in der Expo lockert mich auf. Ein Topfenstrudel im Glocknerhof stärkt. Die Gedanken zum morgigen Berglauf schwirren bereits im Kopf herum. Dazu aber mehr in Teil 2.

Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Dienstag, 21. Juli 2015

Grossglockner Hochalpenstrasse - mit dem Rennrad von der Kaiser Franz Josefs Höhe hinunter nach Heiligenblut.

Wer sich hinauf schindet und plagt, darf bei der Abfahrt die Belohnung dafür genießen. Fast leere Straße hinunter von der Kaiser Franz Josefshöhe nach Heiligenblut. Kaum Gegenverkehr, weil die Großglockner Hochalpenstrasse gerade für den Verkehr freigegeben wur4de. Vorher war diese wegen der Grossglockner Bike Challenge für den Autoverkehr gesperrt. 17,5 km und 1.300 HM in knapp 5 Minuten. Gefilmt mit der Garmin VIRB XE.



Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion

Sonntag, 19. Juli 2015

Mythos Glockner - die Grossglockner Bike Challenge 2015

Heiligenblut 18. Juli 2015. Die neue Bike Challenge. Dieses Jahr war ich bei der Premiere mittendrin statt nur daheim. Hier vorweg das Video meiner 1.300 HM auf 17 km.




Cristian Gemmato aka @_ketterechts
#faceyourpassion